Krisen

Kaum habe ich gejammert, ohne Krisen komme ich gerade nicht weiter, ich bin zu glücklich, antwortet mir das Universum mit einem solchen Geschenk. Auslöser sind meine Unzufriedenheit, der vergangene Urlaub, der mir Zeit zum Nachdenken gegeben hat, und eine plötzliche schwere Erkrankung in meiner Umgebung.

Es gibt kleine Krisen, große Krisen, allumfassende Krisen. Meine jetzige ist allumfassend. Ich hinterfrage alle Aspekte meines Lebens:

  • Lebe ich gesund? Nein, tue ich nicht. Ich sehe die Sonne zu selten, ich bewege mich zu wenig, ich schlafe unregelmäßig und ich fühle mich immer öfters erschöpft. Diese Bilanz führt mich zur nächsten Frage:
  • Ist mein Beruf das Richtige? Es ist wieder so weit, wenn ich nach Hause gehe, bin ich erschöpft, und meine ganze Freizeit geht dafür drauf, auszuruhen. Das führt wiederum zur nächsten Frage:
  • Hast du deine Ziele verfolgt? Nein, habe ich nicht. Ich wollte weniger Stunden arbeiten, und arbeite mehr. Ich wollte auf ein Sabbat -Jahr sparen, das ist völlig in den Hintergrund geraten. Immerhin, auf die Frage
  • macht dein Leben Sinn? kann ich antworten: JA! Meine Arbeit ist wichtig und sinnvoll. Aber sie läßt mir wenig Zeit für Familie, Freunde, Beziehung, und das ist das nächste, was hackt:
  • Bist du mit dem Zustand deiner Beziehungen glücklich? Naja, ich habe einige Freundschaften, die sehr gut Entfernungen und Zeitmangel aushalten. Aber ich hätte gerne mehr Nähe, und vor allem mehr Zeit.

So eine umfassende Krise braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Sie braucht meine Reflexion, den bisherigen Kurs einzuschätzen, und meine Intuition, welcher der nächste sinnvolle Schritt ist. Braucht es eine Änderung von Zielen oder ist nur der Weg falsch?  Was genau verursacht meine Unsicherheit? Ist es eine Unzufriedenheit, die aus einen Bereich in die anderen hinüberschwappt? Oder ist tiefe Unzufriedenheit in jedem Bereich zu spüren?

An manchen Stellen finde ich „nur“ die Erkenntnis, ich bin von meinen Zielen abgekommen. An anderen Stellen ist eine echte Veränderung notwendig. Bestimmte Situationen sind nicht gut für mich, und dennoch verharre ich dort. Warum?

Wenn ich meine Umgebung betrachte, finde ich dieses Phänomen oft. Die Menschen wissen genau, was ihnen schadet, aber sie machen es weiter. Ich horche. „Es ist nun mal so.“ „Es läßt sich nicht ändern.“ „Ich habe die Energie nicht.“ „Es könnte schlimmer werden.“ Was macht uns zu Veränderungsverweigerer?

Ich persönlich warte auf den richtigen Augenblick.

Der ist heute. Beschlossen. Heute ist der erste Tag der Veränderung. Ich gelobe hier feierlich, nicht mehr zu jammern, und zu berichten, welche Änderungsschritte ich vollendet habe.

Ah ja, fast hätte ich es vergessen! Mein erstes Sachbuch ist inzwischen nur geringfügig gewachsen. Ein anderer Traum, ein Roman zu schreiben, hat laut an meiner Tür geklopft, und ich habe aufgemacht. Achtzehn Seiten sind schon im Computer, dreimal so viel noch in meinem Heft. So viel kann ich verraten: es wird eine Fantasy-Geschichte über eine Zwergin. Ich schreibe jeden Tag weiter.

 

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