ZEIT UND ZIEL – wie die Krise mich weiter bringt

Das schöne an meiner Krise ist, ich sehe, wo ich weiter komme. Wenn ich einen Bullet Journal hätte (ich arbeite daran), würde ich den Tag, an dem die Krise auftauchte, als Feiertag markieren und ihn mit einem Phönix bemalen.
Die Krise macht mich wacher, aufmerksamer, und ich verwandle mich:
– Ich achte darauf, Zeit für meine Meditation UND Reflexion danach zu haben.
– Ich hatte ein paar klärende Gespräche zur Arbeitsteilung, und sie fruchten schon.
– Ich stelle meine Gesundheit ohne schlechtes Gewissen voran.
– Ich schaffe bewusst Zeit für Freunde und Familie.
– Ich habe über meinen Beruf nachgedacht. Meine Arbeit ist meine Berufung, ich liebe sie. Jetzt kümmere ich mich um die passenden Rahmenbedingungen.

Für diese Veränderungen sind konsequente Entscheidungen nötig. Ich unterscheide nicht nur nach den üblichen Kategorien wichtig/dringend/unwichtig. Klare Stufen der Entscheidung, ob ich etwas tun werde:
1. Stufe: Ist es interessant? In der Regel ja, für mich, sonst erwäge ich es gar nicht erst. Beispiel: Ich interessiere mich fürs Häkeln, für den Vortrag über Jung und für mein frisch gekauftes Buch über das Schreiben von Fantasy, für eine Wanderung, aber nicht für das Fußballspiel oder die Erzählung der Nachbarin.
2. Stufe: Bringt es mich weiter innerhalb meiner Zielausrichtung? Nicht alles, was mich interessiert, bringt mich oder eins meiner Ziele in der aktuellen Entwicklung weiter. Das Buch bringt mich definitiv weiter, Wandern trainiert meinen Körper und macht mich ausgeglichener. Der Vortrag bringt nur mein Gehirn auf Trab, das Häkeln ist Nice-to-have. Drauflosmalen macht ir Spaß, für ein eine Illustration zu zeichnen, genauso, aber es bringt mich zusätzlich weiter.
3. Stufe: Tut es mir grundsätzlich gut? Zu diesem Zeitpunkt, in dieser Menge? Hier geht es schon um die Feinabstimmung. Das Buch zu lesen tut mir nicht jeden Tag zu jeder Zeit gut. Wenn ich im Job schon viel gelesen habe, brauche ich eher einen Ausgleich.

Hilfreich für die Entscheidungen auf der dritten Stufe finde ich meine Wochenübersicht. Dort hatte ich bisher meine Termine und eine To Do Liste eingetragen. Jetzt steht oben: Was tut mir diese Woche gut? Fixe Sachen, wie meine Arbeitszeiten und Artzttermine, Geburtstage, kommen zuerst hinein. Dann bekomme ich ein Gefühl dafür, welchen Ausgleich es wann brauchen könnte. Ich bin aber ein sehr freiheitsliebender Mensch. Ich lege nur fest, was unbedingt geplant werden muss. Der Rest ist als Eintrag mit Fragezeichen oder als Liste der Wochenwünsche und To Dos einfach präsent. Ich erfülle sie, wenn es mir spontan passt. Natürlich haben manche Dinge eine Deadline, sonst gewinnt noch der innere Schweinehund der ewigen Aufgaben. Der will die Kinder nicht groß werden und in die Welt zeihen lassen. Ich liebe meine Projekte, aber sie dürfen abgeschlossen werden und durch Neue ersetzt werden.
Da ich sehr vielseitig bin, bin ich unglücklich, wenn ich nur an einem Projekt arbeite. Daher blocke ich keine neue Ideen ab und verfolge mehrere Vorhaben gleichzeitig. Allerdings bin ich auch nicht glücklich, wenn ich keine Fortschritte sehe. Daher verteile ich klare Prioritäten unter den Projekten. Es gibt ein Vorhaben, dass ich als erstes realisiert haben will, und arbeite an dem mit erster Priorität, also täglich oder fast täglich, egal, ob ich mich inspiriert fühle oder nicht. Ein weites Vorhaben hat den nächsten Fokus. Alle anderen Projekte werden nur verfolgt, wenn sich die Inspiration meldet. So habe ich Einiges am Laufen, kann Gedankenverbindungen zwischen den verschiedenen Projekten schaffen, verliere aber nicht den Überblick.
Mein Roman hat jetzt schon über vierzig Seiten im PC mehr auf dem Papier, und , was Wichtiger ist, er hat sich innerlich entwickelt. Er beinhaltet mehr Themen, als ursprünglich gedacht, und er macht mir sehr viel Freude!
Ich wünsche euch eine wunderschöne, kreative, krisenreiche Woche!

PS: Krise stammt von Krisis: mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.

 

1 Kommentar

  1. Schön wieder von dir zu lesen. Diesmal erinnert mich Dein Beitrag daran meine Ziele und Vorhaben wieder mal zu überdenken oder hat sich da evtl doch Gewohnheit eingeschlichen? Danke dafür. Ich stimme dir zu, dass Krisen immer neue Entscheidungspunkte sind. Ich mag sie nicht, trotzdem ist es gut sich darüber im Klaren werden und die Wachstumsmöglichkeit nutzen. Weiterhin viel Erfolg. Lg

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