Die Magie des Lebens

Mitten im Chaos und aus schweren Zeiten heraus, nähere ich mich mehr denn je der Magie des Lebens. Ich habe mich verloren und finde und erfinde mich neu.

Für die harten Tage galt erstmal “ habe Geduld mit jedem Tag deines Lebens“ (buddhistische Wahrheit).

„Du bist kein Tropfen im Ozean. Du bist ein gesamter Ozean in einem Tropfen.“ (Rumi). Ja, das bin ich, und nun bin ich dabei, den Ozean zu erkunden, ihn in seiner ganzen Tiefe auszuloten, dem Schmerz, der Trauer, der Liebe, der Freude und der Hingabe nachzugehen. Nichts wird mich beim Wachsen aufhalten.

Ich bin hier, ich stehe da, immer noch zuversichtlich und standhaft.

Leben, ich lebe dich! Sieh mir beim Zaubern zu.

 

TranSIciones

Bild Max.png

Am 03.08.2019 hatte ich die große Freude, Max Bauer, Künstler, nach seinen eigenen Motiven zu bemalen. Hier ist eins der Ergebnisfotos.

 

 

Über den Schmerz

Heute möchte ich etwas ganz anderes zeigen. Ich schreibe gerade ein Roman. Die Protagonistin gelangt irgendwann ans Meer der Tränen. Ich habe den Text soaben geschrieben, er ist rohh und nicht korrigiert. Dennoch möchte ich ihn zeigen, weil er mich zeigt.

Ich wanderte nach Süden, über verschlungene Pfaden zwischen Klippen, bis ich an einer Bucht kam.
Mein größter Wunsch ist, das du dies nie erlebst. Der Ort lag in feinen Nebel. Ich setzte mich an diesem Nachmittag vor dem Meer, ein grauer, ruhiger Spiegel vor mir. Kein Lebewesen war zu sehen, und ich fragte mich nicht, warum. Ich hörte nichts ausser die Wellen, ihr stetiges brechen. Ich beobachtete sie, lauschte. Ich atmete in ihrem Rhythmus, und mein Atem wurde ein Zerbrechen. Mein Herz zersplitterte mit jeder Welle ein Stück, bis meine ganze Brust nur ein einziger Schmerz war. Wund, offen. Der Schmerz breitete sich weiter aus, bis ich nicht übrig blieb.
Der graue Himmel zerschmolz mit der grauen See und ich war Teil davon.
Ich sah den Igel, zucken, sterben am Straßenrand, von einen unachtsamen Reiter zu Tode zertreten. Ich sah ihn, und er war ich, und ich war Schmerz und das Leben verließ mich. Ich sah das kleine Mädchen schreien, als ihre tote Mutter weggebrscht wurde, das Kleid voller Blut, und dieser Schmerz wurde von keinem Tod gnädig unterbrochen. Ich war auch sie. Ich war sie alle. Der Junge mit dem zerschundenen Rücken und den fragenden Augen, die seinen Vater anflehten, zu lieben. Ic*spürte jede verlorene Liebe, jeden Schlag, jeden Tod, jede Vergewaltigung, jeden Hunger. Ich weinte, ich schüttelte mich und wusste, nie mehr würde ich aufhören zu weinen. Ich gewöhnt mich an den Schmerz, ich weinte alle Tränen der Welten. Eine Hoffnung keimt auf:irgendwann sind alle Tränen vergossen, vielleicht käme danach die Freiheit.
Und ja, die Tränen der Welten waren irgendwann alle vergossen. Der Friede blieb aus. Die Wellen spielten weiter vor mir und sangen ein Lied, das besagt, niemand liebt dich. Ich erkannte, und ich weinte um den Prinzen, die Räuber, den Wirt und alle anderen. Sie haben mich gebraucht, sie haben mich benutzt, aber sie liebten mich nicht.
Dann war sie da:Die Welt ohne Liebe, um mich und in mir, sie zerbrach mich nicht mehr von Außen, sie zerbrach mich von Innen. Meine Seele zerbrach in tausend gläsernen Stücke, die auf die Felsen fielen und vom Meer fortgespült wurden.
Ich weinte nicht mehr, weil ich nicht mehr war. Ohne Liebe bin ich nicht.

Danke für das Lesen.

Weiblichkeit

Was Leben und Lebendigkeit ausmachen, hat mich schon immer beschäftigt. Gerade ergründe ich das weibliche Prinzip,in seinen Unterschieden zum Männlichen, Eros und Logos. Logos, das männliche Prinzip, ist aktiv, planend, denkend. Eros, das weibliche Prinzip, ist passiv, sich hingebend, fühlend.

Auf einem Philosophieseminar bin ich auf folgenden Text gestoßen:
»Stoffwechsel heißt demnach: Ich ernähre mich von dem, was zu meinem Körper wird, und was mein Körper war, atme ich in die Luft aus. Ich bin das Korn auf dem Feld, das für mich starb, und ich sterbe beständig und verwandle mich in das, was Pflanzen einatmen, damit daraus, also aus dem, was mein Körper ist, ihr neuer Körper wird.« Andreas Weber, Lebendigkeit

Letztlich scheint mir das weibliche Prinzip auf dies zusammengefasst werden zu können: das sich hin geben, um neues Leben entstehen zu lassen. Das Männliche zeugt Leben, das Weibliche gibt sich für diesen Prozess hin, und es ist ein Tod, dieses sich zur Verfügung stellen.
Geben, unterstützen, sich hingeben, werden heute gering geschätzt. Typisch weibliche Berufe sind mit schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Gehälter verbunden, aber vor allem mit wenig Anerkennung. Auch in der Einstellung im Alltag wird schnell von »sich opfern« gesprochen, als verwerflicher Akt. Dass Leben und Liebe nicht allein durch Zeugen, Tun, Erschaffen, entstehen, sondern auch unbedingt die Kraft des Geschehenlassens, des Tragen, des sich Hingebens braucht, wird vergessen.
Oft wird zitiert »wenn jeder sich selbst hilft, ist jedem geholfen«, »wenn jeder für sich sorgt ist für alle gesorgt.« Diese Sprüche verdrängen die Tatsache, dass Kinder, Kranke, Behinderte, Senioren, nicht genauso gut für sich selbst sorgen können wie ein Erwachsener Mann in seiner vollen Kraft. Noch wichtiger: NIEMAND – und gerade deswegen ist der Mensch ein soziales Wesen – kann darauf verzichten, von einem sich hingebendes Wesen angenommen zu werden.
Frauen tragen dies heute noch zum größten Teil. Wenn erschöpfte Frauen äußern, sie würden gerne umsorgt, und die Antwort lautet »Du musst besser für dich sorgen«, ist das nicht nur voll daneben. Es ist absolute Ignoranz und Respekt dem Weiblichen und den Gesetzen der Welt gegenüber.
Ein Freund fragt, wie sich das Weibliche zeigen müsste. Das Weibliche ist schön per se. Es muss sich nicht zeigen. Es muss gesehen werden. Und dies leistet nicht das Zusehende, sondern das Schauende. Hingabe zeigt sich nicht, sie stellt sich bereit. Es liegt am Nehmenden, sie zu schätzen. Das reine männliche Prinzip trägt diesen Respekt in sich und ist zu bewusst, um auszunutzen.

Das weibliche Prinzip wartet oft darauf, gesehen, wertgeschätzt und erkannt zu werden. Es ist zu leicht ausnützbar. Und obwohl es wahr ist, dass Frauen auch ihre männliche Qualitäten auch entwickeln sollten, ist es fatal, dass sie dies tun müssen, um sich vor einem übergrifflichen, ausbeutenden männlichen Prinzip zu schützen. Das Männliche sollte dem Weiblichen die Hand reichen, dieses Prinzip ehren. Denn dann sind Frauen in der Lage, ihre männliche Seite aus der Liebe und Ermutigung heraus zu entwickeln, statt aus Furcht oder Selbstschutz.

Schmerz

Eigentlich wollte ich über Widrigkeiten schreiben. Stattdessen beschäftigt mich das Scheitern. Der Schmerz, der erscheint, wenn etwas nicht gelingt, nicht beim ersten Mal, nicht beim zehnten und auch nicht beim tausendsten Versuch. Er trifft mich mit voller Wucht.
Der Schmerz, nicht gesehen zu werden im Versuchen, es besser zu machen. Der Schmerz, wenn das Scheitern den Blick der Anderen für mein ganzes Wesen verstellt. Und dann der Schmerz, den ich selbst über meine Unfähigkeit spüre.
Dieser Schmerz ist der Schmerz des bewussten Menschseins. Nur die Tatsache, dass ich weiß, wer ich sein will, lässt mich erkennen, wenn ich daran scheitere.
Das Scheitern, was ist es? Im Grunde ist es nur ein Lernprozess mehr, den ich aber bewerte. So wie die Prüfungen in der Schule: eine drei, oder eine sechs, oder eine eins. Das eine Fach, wo man sich anstrengt, und es wird doch immer wieder eine sechs und nur einmal eine fünf. Aber mehr ist jetzt nicht zu holen. Muss die Bewertung sein?
Ich scheitere an einem zu hohen Anspruch, an meinen eigenen Maßstäben, und an denen der Menschen um mich. Die Bewertung durch Andere tut sehr weh, und nur die Bewertung im Innern könnte sie abmildern. Es ist an der Zeit, milder mit mir selbst umzugehen. Zu verstehen, dass Prozesse ihre Zeit brauchen. Zu erkennen, dass jedes Wahrnehmen schon ein kleiner Sieg ist, auch wenn noch nichts geändert werden kann. Wie in der Meditation. Ich versuche, nicht zu denken, und die Gedanken kommen. Jedesmal, wenn ich merke, dass ich mich auf den Gedanken eingelassen und den meditativen Zustand verlassen habe, findet ein wichtiger Moment im Prozess satt. Es geht nicht um die sofortige Perfektion, sondern um den Willen, den Weg zu gehen, immer wieder, so lange wie es nun mal dauert. Und die Abweichungen vom Kurs zu registrieren, um irgendwann Mal nicht mehr abzuweichen.
Jetzt ist er aber da. Der Moment, in dem ich mir selbst nicht genüge. Der Schmerz ist präsent, und lasse ihn sein. Es soll mich nicht jeder Schmerz umwerfen. Ich will auch mit Schmerz umgehen lernen. Ich werde ihn heute, und vielleicht noch morgen ein wenig pflegen, ihn annehmen, mich annehmen in meiner Unvollkommenheit. Lernen, dass ich den Schmerz überstehe. Dass ich größer bin als er.

Und danach? Danach werde ich einen neuen Versuch starten.

Tage in der Sonne oder die Kraft der Freude

Sonne und Wasser sind für mich der Inbegriff von Freude und Wohlbefinden. Sommer am Meer ist das wundervollste, und Sommer am See kommt gleich danach.

Gestern hatte ich die Freude, den Tag im und am Starnberger See zu verbringen. Dort konnte ich in die Gegenwart eintauchen, in das achtsam Sein und sich freuen. Gleichzeitig war Raum für Erholung, als kleines Zugeständnis an Vergangenes, wo ich mich zu sehr verausgabt habe. Und Raum zum Auftanken für die Zukunft.

Die letzte Woche hatte mich beschäftigt, wieso ich immer wieder dringend Erholung brauche, obwohl ich so gut für mich gesorgt habe. Ich war im Kino, zum wunderschönen Film Mantra, und konnte Mitten live erleben. Ich war in der Natur, ich habe inspiriert geschrieben, war im Café, habe Freunde getroffen, geliebt und gekuschelt. Ich habe Freude erlebt, auch im Beruf, wo ich für Andere sein konnte, die es brauchten. Mit der bewussten Suche nach Freude sorge ich für Ausgleich.

Die Freude Suche ich auf zwei Weisen : einerseits in dem, von dem ich weiß  dass es mich erfreut, ob es Menschen, Dinge, Erlebnisse oder Tätigkeiten sind; andererseits suche ich die Freude in dem, was ist. Ersteres fällt mir manchmal leichter. Der Knackpunkt ist nur, es mir zu gönnen. Das Zweite braucht Wachsamkeit und Bewusstheit und fällt mir schwerer. „Liebe, was du tust“  ist das Motto. Manches muss sein, ich kann es nicht ändern. Da ist es besser, ich lerne, es zu lieben.

Es ist leichter, etwas zu lieben, wenn man seinen Sinn erkennt. Über den Sinn von Herausforderungen und Widrigkeiten werde ich nächstes Mal sprechen.

 

 

 

 

 

ZEIT UND ZIEL – wie die Krise mich weiter bringt

Das schöne an meiner Krise ist, ich sehe, wo ich weiter komme. Wenn ich einen Bullet Journal hätte (ich arbeite daran), würde ich den Tag, an dem die Krise auftauchte, als Feiertag markieren und ihn mit einem Phönix bemalen.
Die Krise macht mich wacher, aufmerksamer, und ich verwandle mich:
– Ich achte darauf, Zeit für meine Meditation UND Reflexion danach zu haben.
– Ich hatte ein paar klärende Gespräche zur Arbeitsteilung, und sie fruchten schon.
– Ich stelle meine Gesundheit ohne schlechtes Gewissen voran.
– Ich schaffe bewusst Zeit für Freunde und Familie.
– Ich habe über meinen Beruf nachgedacht. Meine Arbeit ist meine Berufung, ich liebe sie. Jetzt kümmere ich mich um die passenden Rahmenbedingungen.

Für diese Veränderungen sind konsequente Entscheidungen nötig. Ich unterscheide nicht nur nach den üblichen Kategorien wichtig/dringend/unwichtig. Klare Stufen der Entscheidung, ob ich etwas tun werde:
1. Stufe: Ist es interessant? In der Regel ja, für mich, sonst erwäge ich es gar nicht erst. Beispiel: Ich interessiere mich fürs Häkeln, für den Vortrag über Jung und für mein frisch gekauftes Buch über das Schreiben von Fantasy, für eine Wanderung, aber nicht für das Fußballspiel oder die Erzählung der Nachbarin.
2. Stufe: Bringt es mich weiter innerhalb meiner Zielausrichtung? Nicht alles, was mich interessiert, bringt mich oder eins meiner Ziele in der aktuellen Entwicklung weiter. Das Buch bringt mich definitiv weiter, Wandern trainiert meinen Körper und macht mich ausgeglichener. Der Vortrag bringt nur mein Gehirn auf Trab, das Häkeln ist Nice-to-have. Drauflosmalen macht ir Spaß, für ein eine Illustration zu zeichnen, genauso, aber es bringt mich zusätzlich weiter.
3. Stufe: Tut es mir grundsätzlich gut? Zu diesem Zeitpunkt, in dieser Menge? Hier geht es schon um die Feinabstimmung. Das Buch zu lesen tut mir nicht jeden Tag zu jeder Zeit gut. Wenn ich im Job schon viel gelesen habe, brauche ich eher einen Ausgleich.

Hilfreich für die Entscheidungen auf der dritten Stufe finde ich meine Wochenübersicht. Dort hatte ich bisher meine Termine und eine To Do Liste eingetragen. Jetzt steht oben: Was tut mir diese Woche gut? Fixe Sachen, wie meine Arbeitszeiten und Artzttermine, Geburtstage, kommen zuerst hinein. Dann bekomme ich ein Gefühl dafür, welchen Ausgleich es wann brauchen könnte. Ich bin aber ein sehr freiheitsliebender Mensch. Ich lege nur fest, was unbedingt geplant werden muss. Der Rest ist als Eintrag mit Fragezeichen oder als Liste der Wochenwünsche und To Dos einfach präsent. Ich erfülle sie, wenn es mir spontan passt. Natürlich haben manche Dinge eine Deadline, sonst gewinnt noch der innere Schweinehund der ewigen Aufgaben. Der will die Kinder nicht groß werden und in die Welt zeihen lassen. Ich liebe meine Projekte, aber sie dürfen abgeschlossen werden und durch Neue ersetzt werden.
Da ich sehr vielseitig bin, bin ich unglücklich, wenn ich nur an einem Projekt arbeite. Daher blocke ich keine neue Ideen ab und verfolge mehrere Vorhaben gleichzeitig. Allerdings bin ich auch nicht glücklich, wenn ich keine Fortschritte sehe. Daher verteile ich klare Prioritäten unter den Projekten. Es gibt ein Vorhaben, dass ich als erstes realisiert haben will, und arbeite an dem mit erster Priorität, also täglich oder fast täglich, egal, ob ich mich inspiriert fühle oder nicht. Ein weites Vorhaben hat den nächsten Fokus. Alle anderen Projekte werden nur verfolgt, wenn sich die Inspiration meldet. So habe ich Einiges am Laufen, kann Gedankenverbindungen zwischen den verschiedenen Projekten schaffen, verliere aber nicht den Überblick.
Mein Roman hat jetzt schon über vierzig Seiten im PC mehr auf dem Papier, und , was Wichtiger ist, er hat sich innerlich entwickelt. Er beinhaltet mehr Themen, als ursprünglich gedacht, und er macht mir sehr viel Freude!
Ich wünsche euch eine wunderschöne, kreative, krisenreiche Woche!

PS: Krise stammt von Krisis: mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.

 

Krisen

Kaum habe ich gejammert, ohne Krisen komme ich gerade nicht weiter, ich bin zu glücklich, antwortet mir das Universum mit einem solchen Geschenk. Auslöser sind meine Unzufriedenheit, der vergangene Urlaub, der mir Zeit zum Nachdenken gegeben hat, und eine plötzliche schwere Erkrankung in meiner Umgebung.

Es gibt kleine Krisen, große Krisen, allumfassende Krisen. Meine jetzige ist allumfassend. Ich hinterfrage alle Aspekte meines Lebens:

  • Lebe ich gesund? Nein, tue ich nicht. Ich sehe die Sonne zu selten, ich bewege mich zu wenig, ich schlafe unregelmäßig und ich fühle mich immer öfters erschöpft. Diese Bilanz führt mich zur nächsten Frage:
  • Ist mein Beruf das Richtige? Es ist wieder so weit, wenn ich nach Hause gehe, bin ich erschöpft, und meine ganze Freizeit geht dafür drauf, auszuruhen. Das führt wiederum zur nächsten Frage:
  • Hast du deine Ziele verfolgt? Nein, habe ich nicht. Ich wollte weniger Stunden arbeiten, und arbeite mehr. Ich wollte auf ein Sabbat -Jahr sparen, das ist völlig in den Hintergrund geraten. Immerhin, auf die Frage
  • macht dein Leben Sinn? kann ich antworten: JA! Meine Arbeit ist wichtig und sinnvoll. Aber sie läßt mir wenig Zeit für Familie, Freunde, Beziehung, und das ist das nächste, was hackt:
  • Bist du mit dem Zustand deiner Beziehungen glücklich? Naja, ich habe einige Freundschaften, die sehr gut Entfernungen und Zeitmangel aushalten. Aber ich hätte gerne mehr Nähe, und vor allem mehr Zeit.

So eine umfassende Krise braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Sie braucht meine Reflexion, den bisherigen Kurs einzuschätzen, und meine Intuition, welcher der nächste sinnvolle Schritt ist. Braucht es eine Änderung von Zielen oder ist nur der Weg falsch?  Was genau verursacht meine Unsicherheit? Ist es eine Unzufriedenheit, die aus einen Bereich in die anderen hinüberschwappt? Oder ist tiefe Unzufriedenheit in jedem Bereich zu spüren?

An manchen Stellen finde ich „nur“ die Erkenntnis, ich bin von meinen Zielen abgekommen. An anderen Stellen ist eine echte Veränderung notwendig. Bestimmte Situationen sind nicht gut für mich, und dennoch verharre ich dort. Warum?

Wenn ich meine Umgebung betrachte, finde ich dieses Phänomen oft. Die Menschen wissen genau, was ihnen schadet, aber sie machen es weiter. Ich horche. „Es ist nun mal so.“ „Es läßt sich nicht ändern.“ „Ich habe die Energie nicht.“ „Es könnte schlimmer werden.“ Was macht uns zu Veränderungsverweigerer?

Ich persönlich warte auf den richtigen Augenblick.

Der ist heute. Beschlossen. Heute ist der erste Tag der Veränderung. Ich gelobe hier feierlich, nicht mehr zu jammern, und zu berichten, welche Änderungsschritte ich vollendet habe.

Ah ja, fast hätte ich es vergessen! Mein erstes Sachbuch ist inzwischen nur geringfügig gewachsen. Ein anderer Traum, ein Roman zu schreiben, hat laut an meiner Tür geklopft, und ich habe aufgemacht. Achtzehn Seiten sind schon im Computer, dreimal so viel noch in meinem Heft. So viel kann ich verraten: es wird eine Fantasy-Geschichte über eine Zwergin. Ich schreibe jeden Tag weiter.

 

Das Plätschern oder der Plateau-Effekt

Wunderbar! Ich habe mir die Zeit genommen, über die letzten Themen nachzudenken. Zur Erinnerung: meine Motivation war gesunken, weil mir zur Zeit nichts fehlt, ich keine große Fortschritte mehr erkennen kann, unterstützende Menschen fehlen, es Routine geworden ist und ich faul bin. Ich habe viele Gründe!
Mein derzeitiges Gefühl ist Frustration. Ich konnte früher soviel bewegen, erreichen. Jetzt plätschert alles vor sich hin. Das ist der Plateau-Effekt. Die erste Zeit der regelmäßigen Meditation, Achtsamkeit und bewußter inneren Entwicklung war zauberhaft. Meine Fortschritte klar erkennbar, ich bin Riesenschritte gegangen, ich hatte ein großes Ziel und die Begeisterung und Not trugen alles. Dann habe ich das Ziel erreicht und es genossen. Jetzt bin ich einerseits ziellos – denn, was soll noch kommen? – und andererseits frustriert, weil ich keine deutliche Entwicklung mehr wahrnehme. Wie kommen ich aus der Plateau-Depression wieder heraus?
Ich befrage meine Frustration: Was willst du mir sagen. Wie alle negativen Gefühle ist sie ein Signal, dass Veränderung nötig ist. Ein negatives Gefühl muss gehört werden. Ja, ich bin frustriert, super, jetzt habe ich es gehört 😦
Es muss auch angenommen werden. Ich setze mich zur Meditation hin und spüre in diese Stimmung hinein. Sie sagt mir, ich könnte besser sein, meine Ergebnisse könnten besser sein. Warum sind sie nicht besser?, fragt sie mich. Und sie zeigt mir ein unaufgeräumtes Inneres.
Ich habe keine Menschen, die mich derzeit in der Positivität unterstützen, antworte ich, und merke gleichzeitig, wie ich die Ursache auf das Außen verlagere. Die Lösung liegt im Innern. Will ich die Verantwortung an meine Umgebung abgeben? Zwei Jahre lang wuchs mein Pflänzchen im wohlgepflegten Garten. Jetzt findet es sich in der Wüste wieder, und ich schreie nach Regen. Wie wäre es mit selbst gießen?
In der Meditation am Dienstagmorgen kommt der Durchbruch: Neue Ideen, Visionen von Dinge, die ich erreichen will, sprudeln. Danach sortiere ich sie, setze konkrete Ziele und Deadlines. Nein, keine Deadlines, so ein negatives Wort! Ich brauche Ersatz. Geburtsstunden? Erschaffungsmoment? Vollendung! Ich setze Zeitpunkte der Vollendung!
Mit den Visionen habe ich etwas erschaffen, was ich vor zwei Jahren hatte und mich motiviert hat: Ziele.
Was meine nächste Vision ist? Mein erstes Sachbuch. Ich werde berichten.

Disziplin – Der Weg der Freude

Disziplin ist für mich ein Mysterium. Was bewegt mich, manche Aufgaben stetig weiter zu verfolgen, während andere liegen blieben? Die innere Motivation, ja, klar. Aber was bedeutet das? Ich habe ein Ziel vor Augen, weiß genau, warum ich es will, und tue es nicht. Und manchmal, da sage ich mir „jetzt“ und tue es einfach.

Disziplin ist wohl der Unterschied zwischen dem zufälligen „jetzt tue ich es“ und dem „nicht tun“. Es hat mit Gewohnheit zu tun, und ganz oft hat sie den Anfang in einer Krise. Wenn etwas mich zwingt, die Änderung anzugehen. Das bedeutet nicht, dass meine Motivation im Außen liegt,

Gerade beim Thema Disziplin verlässt mich die Lust zu schreiben! Sehr witzig, wie so das Problem sofort sichtbar wird.

Ich denke seit über einer Woche nach, aber das Thema will mir angeblich nichts sagen. Heute aber befand sich in meinem Email-Postfach eine Nachricht von Karin Wess: Wie viel Disziplin braucht Erfolg?  Zusammengefasst, versucht sie, die Angst vor ewiger Disziplinierung zu nehmen, indem sie sagt: sei nur so lang diszipliniert, bis es Gewohnheit wird.

Wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu einen anderen Ansatz. Disziplin klingt so unerfreulich, und tatsächlich realisiere ich etwas nur dann konsequent, wenn Freude damit verbunden ist. Für mich führt zur Disziplin der Weg der Freude. Es gibt so Depri-Tage, da läuft nichts. Die hacke ich ab, ich sorge für mich und warte ab. Danach kommt wieder das Genie (siehe Dispenza) in mir zum Vorschein, und ich bin wieder bereit, Aufgaben mit Freude anzugehen.

Wenn die Freude dauerhafter nachlässt, was dann? In einem Dispenza Workshop hatte ich einen Tischnachbar, der voller erstaunen sagte: „ich war so weit mit dem Meditationen und Erschaffungen, ich habe keine Ahnung, warum ich damit aufgehört habe, wo es so gut lief“.

Für die, die sich fragen, was ich mit Erschaffungen meine: es geht um die Möglichkeit, das etwas geschieht, nur weil du es willst. Dispenza nennt die bewusste Umsetzung  Erschaffung. Es gibt wohl verschiedene Ansätze dafür, siehe „the secret“ oder „Bestellungen ans Universum“. Meine Erfahrung ist, ich kann mit allen gute Resultate erzielen. Wenn ich gut drauf bin. Dispenzas Meditationen unterstützen definitiv meine Erschaffungskraft UND mein Wohlbefinden.

Dennoch, auch ich meditiere nicht mehr so regelmäßig wie anfangs, bin nicht mehr so positiv und achtsam. Meine Motivation sinkt. Dafür gibt’s mehrere Gründe:

-Ich bin glücklich und brauch gar nichts dringend. Ich habe also keinen großen Drang, etwas zu verändern.

-Dadurch, dass alles gut läuft, sind Erfolge nicht mehr so große Wow-Momente.

-Ich bin auf einen etwas positiverem Level als früher. Der Sprung von damals zu heute war stark spürbar, jetzt scheint die Entwicklung zu stagnieren. Das tut sie nicht, sie ist nur langsamer und stetiger.

-Menschen, die mit mir reglemäßig meditiert und vor allem im Alltag die Positivität aufrechterhalten haben, sind weggefallen.

-Es ist Routine geworden, nicht mehr etwas Besonderes!

-Ich bin bequem.

Was mache ich nun mit den Erkenntnissen? Darüber muss ich nachdenken. Vielleicht kann ich nächste Woche schon etwas darüber sagen.